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Kapitalanlagen international, Steuern & Recht

Unsere Warnung
im vorigen Geldbrief, das Emittentenrisiko bei Zertifikaten, egal von wem begeben, grundsätzlich zu meiden, hat einige Wellen geschlagen. So pauschal könne man sich doch nicht vollständig aus dieser „Anlageklasse“ verabschieden, wurde uns teilweise vorgehalten. Schliesslich, so meinten einige, hätte dieses Segment doch seit vielen Jahren zuverlässige Erträge geliefert. Zu allem daher nochmals ein wenig ausführlicher:

Deutsche Bank: Auch wenn diese Bank bereits von einigen als „grösste Gefahr für das globale Finanzwesen“ gesehen wurde/wird, so verdeutlicht das u.E. mehr die Schwäche des globalen Finanzwesens insgesamt als speziell die Schwäche der Deutschen Bank. Doch sind wir uns sicher, dass es NICHT die Deutsche Bank sein wird, wo insolvenzbedingt der Totalausfall ihrer Zertifikate droht? Die Deutsche Bank mit all ihren Risiken steht bereits seit Jahren so sehr im Focus der medialen Berichterstattung, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass hier noch weitere, bislang unbekannte grössere Risiken auftauchen. Aber natürlich: Alles ist Grund genug, keine Zertifikate der Deutschen Bank & Co. im Portefeuille zu halten.

Banken generell: In Sachen Banken ist es doch so: Wir wissen nicht, bei welcher Bank die meisten „Leichen“ im Keller liegen. Die Bilanzen geben darüber, „dank“ ausgelagerten Zweckgesellschaften/Tochtergesellschaften etc. (siehe auch Seite 4 Geldbrief 14/2016) keine aussagekräftigen Hinweise. Um es drastischer zu formulieren: Erst wenn der Schnee geschmolzen ist, weiss man, wo die Sch… liegt! Daher wäre es völlig verfehlt, grösseren Gehirnschmalz darauf zu verwenden, die Banken im Einzelnen darauf untersuchen zu wollen, wo mutmasslich die begebenen Zertifikate noch sicher sind und wo nicht. Es ist eher so: Irgendwann in nicht so ferner Zeit wird bei einer Bank zuerst der Blitz einschlagen, aber bei welcher, das ist reine Spekulation. Und wo und wie dann die Kettenreaktion bei anderen Banken ausfällt – auch das ist reine Spekulation. Und daher unser Rat: Von Zertifikaten, egal von welchem Finanzinstitut begeben, sollte man zwecks Vermeidung des damit einhergehenden Emittentenrisikos GENERELL die Finger lassen. Punkt.

Es gibt keine „Anlageklasse“ Zertifikate: Anlageklassen, das sind z.B. Aktien. Aber um diese Anlageklasse zu „spielen“, genau dafür bedarf es keiner Zertifikate. Wer z.B. auf den deutschen DAX setzen will, der muss definitiv dafür keines der vielen Zertifikate kaufen (mit immer noch hohen versteckten Kosten – neben dem unnötigen Emittentenrisiko), sondern der kann/muss dann zwingend einen ETF (niedrige Kosten, Sondervermögen – kein Emittenrisiko) auf den DAX kaufen (oder direkt einzelne Aktien). Und dieses Beispiel steht pars pro toto: Ob DAX, MDAX. EuroStoxx, Nikkei, Dow Jones oder was auch immer: Immer ist bei der Investition in diese Indizes ein ETF dem Zertifikat aus obigen Gründen vorzuziehen.

Der Vollständigkeit halber: Natürlich gibt es noch immer die sog. strukturierten Zertifikate (Discount-Zertifikate, Garantiezertifikate, Bonuszertifikate etc.). Richtig ist, dass diese Zertifikate-Variationen nicht 1:1 auch durch entsprechende ETFs ersetzt werden können. Aber: Schon früher war hierzu unser Rat, dass – wenn schon – nur sog. Plain-Vanilla-Zertifikate (also solche, die nur 1:1 einen Index abbilden, ohne sonstige Ausstattungsmerkmale) sinnvoll sind. Denn Bonuszertifikate etc. sind immer Wetten mit einer Bank, Wetten, die sich die Bank mit offenen und versteckten Gebühren gut (besser: überteuert) bezahlen lässt. Von eben diesen Papieren (die Spielregeln sind oft wenig transparent für den einfachen Kapitalanleger) sollte man schon aus diesen Gründenebenfalls die Finger lassen. Grundsätzlich und sowieso. © jur. Muc 2016

Autorisierte Quelle: Geldbrief, Abonnements mit Rabatt bei marketlettercorp.com

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